28.09.2025

„Ihr gestaltet Lebensräume und die Zukunft“

64 Azubis der Schreiner-Innung Mittelfranken-Mitte in Gesellenstand erhoben – Vier Sieger im Wettbewerb „Die Gute Form“ geehrt

Zirndorf (pr) –  Mit „Ideen, Einsatz und Leidenschaft“ haben sie den Weg in ein Traditionshandwerk gefunden, das den nachhaltigen Rohstoff Holz mit moderner Technik verbindet. „Ihr gestaltet nicht nur Möbel, sondern ganze Lebensräume und die Zukunft“, lobte Max Boss (Fürth), stv. Obermeister der Schreiner-Innung Mittelfranken-Mitte, 64 junge Leute, die nach dreijähriger Lehrzeit und Fertigung eines Gesellenstücks ihre Abschlussprüfungen bestanden haben. „Der Gesellenbrief ist ein Beleg Ihres fachlichen Könnens, behält seinen Wert ein Leben lang und öffnet Ihnen die Tür zu einer Karriere im Handwerk“, bekräftigte Obermeister Claus Fleischmann (Fürth). Er sprach vor über 200 Ehrengästen, Familienmitgliedern und Freunden in der Paul-Metz-Halle in Zirndorf feierlich 56 Schreiner/innen und acht Fachpraktiker/innen für Holzverarbeitung von ihren Lehrlingspflichten frei und erhob sie in den Gesellenstand.

 

Dem Berufsnachwuchs, der unter Fanfarenklängen feierlich in die Halle einzog, bescheinigte der Innungschef scherzhaft, er habe nun etwas, was vielen Politikern in Berlin fehle – „eine abgeschlossene Ausbildung“. Sie sei ein idealer Grundstock, um sich mit Mut, Durchhaltevermögen und Lerneifer zum Techniker, Meister oder Berufsschullehrer weiterzubilden. Die Ausbildungsqualität der Betriebe ist hoch: Zuletzt wurden ein Bauschreiner aus Mittelfranken und ein Möbelschreiner aus Oberbayern Europameister ihrer Zunft. Mit gut 300 Lehrlingen in drei Ausbildungsjahren und fast 70 Mitgliedsbetrieben ist Fleischmann um die Zukunft der 2021 aus Nürnberg/Fürth fusionierten Innung nicht bange. Süffisant merkte er an: „Das Handwerk braucht auch keine Subventionen – wenn die Politik die Hände aus unseren Taschen nimmt!“

 

Als innungsbester Schreiner des Ausbildungsjahrgangs wurde Peter Fabian aus Erlangen (Ausbildungsbetrieb: Linhardt`s Schreinerei, Nürnberg) ausgezeichnet, als beste Fachpraktikerin Elouise Kreier aus Uffenheim (Ausbildung beim Berufsbildungswerk Mittelfranken in Nürnberg). Beide legten Einser-Abschlüsse hin und erhielten aus der Hand von Innungs-Lehrlingswart Andreas Sauber (Stein) neben Sachpreisen Anerkennungsprämien von 100 Euro.

 

Den Hauptpreis im Gestaltungswettbewerb „Die gute Form“, in dem die Harmonie der Dimensionen zählt, verlieh die Jury aus zwei Architekten und Schreinermeister Thomas Pogner (Nürnberg) an Fabian Knorr (Rudolf Steiner Schulverein Nürnberg). Neben Ehrenurkunde und 100 Euro Prämie darf er sich über die Teilnahme am Bayern-Finale auf der Messe „Heim und Handwerk“ in München freuen. Gemeinsam Zweite wurden Mario Bernard (Schreinerei Eberlein, Nürnberg) und Lilli Rupp (Schreinerei LIGNOA, Rückersdorf), Dritter Nikita Klein (Schreinerei Pogner, Nürnberg). Belobigungen erhielten Carla Höcherl (Staatstheater Nürnberg), Andreas Kestler (Staatstheater Nürnberg) und Anna Liza Reutlinger (Schreinerei Scheuerpflug und Freymann, Nürnberg). Die Gesellenstücke der Besten – vom stylishen Sideboard bis zum Sessel – waren ebenso in der Halle zu bestaunen wie die für alle einheitlichen Praxisstücke der Prüfung 2025 – ein modernes Garderobenmöbel mit Handyhalter.

 

Max Boss’ Appell „Bleiben Sie neugierig und Ihrem Beruf treu!“ schlossen sich alle Grußredner an. Fürths Bürgermeister Markus Braun (SPD) gratulierte den jungen Leuten zu einem „Traumberuf“, der jahrhundertelange Tradition mit ständiger Innovation, digitaler Technik und sogar KI verknüpfe. Auf ihre Arbeit mit dem wunderbaren Werkstoff Holz und den Abschluss könnten sie stolz sein.

 

Christian Sendelbeck, Vizepräsident der Handwerkskammer für Mittelfranken, appellierte an die Junggesellen, künftig mit anzupacken, sich mit Schwung und kreativ in Betrieb und Gesellschaft einzubringen und sich nicht „wegzuducken“. Dem Handwerk gehe die Arbeit nicht aus; ihm die Zukunft zu sichern und weiteren Nachwuchs zu werben, sei auch Aufgabe der jungen Generation.

 

Ralf Dambier, Leiter des Beruflichen Schulzentrums Fürth, nannte seine ehemaligen Schüler nun „respektierte Mitglieder der Handwerksfamilie“. Jetzt gelte es, in jeder Hinsicht aktiv zu sein und sich zu beteiligen: „Machen Sie mit und stecken Sie nicht den Kopf in den Sand!“

 

Stefan Kirschner, Fachbereichsleiter der Berufsschule 11 in Nürnberg, lobte die Ex-Azubis angesichts ihrer Einsatzfreude, Gelassenheit, Hilfsbereitschaft und Empathie: „Der Blick auf Ihre Generation macht Hoffnung.“

 

Pfarrer Hannes Schott (St. Jakob Nürnberg), erklärte gewohnt humorvoll: „Ich kann nicht sägen, aber segnen!“ Mit einem sprechenden Stück Holz, das den Junggesellen für die Veredelung in Stuhl, Tisch etc. dankte, wünschte er ihnen für die Zukunft genug Arbeit, Glück und Unfallfreiheit– und dass sie dabei nie auf den Holzweg geraten.

 

Musikalisch umrahmt wurde die zweistündige Feier vom Rock-Duo „u.nite akustik“ aus dem Raum Nürnberg; für spaßige Fingertricks und Jonglage-Einlagen sowie eine sportliche Laser-Tanzshow sorgte Artist und Comedian Markus Just aus Fürth.

 

www.schreinerinnung-mittelfranken-mitte.de


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