12.10.2025

Galaauftritt für das Schreinerhandwerk

Erntedankfestzug Fürth: Schreiner vor 100.000 Zuschauern – Krisenfeste Jobs ohne „Home Office“

Holten sich im Festzug mit Fahnen, Innungs- und Vereinsemblemen verdienten Applaus ab: Die Schreiner beeindruckten mit ihrem „Hobel“-Festwagen.

Fotos: PR

Fürth (pr) Wieder die Schreinerinnung Mittelfranken-Mitte beteiligte sich heuer am traditionellen Fürther Erntedank-Festzug und holten sich von 100.000 begeisterten Zuschauern am Straßenrand ihren wohlverdienten Applaus ab. Trotz dunkler Wolken und kühler Temperaturen gingen Betriebsinhaber, Mitarbeiter, Meisterfrauen und -kinder bei diesem Höhepunkt der Michaelis-Kirchweih für die Zukunft ihrer Zunft auf die Straße. Obermeister Claus Fleischmann freute sich über einen gelungenen Auftritt, der vom Bayerischen Fernsehen zwei Stunden lang live übertragen wurde: „Wir halten zusammen im Handwerk. Die Verbraucher und alle Lehrstellensuchenden sollen sehen: Uns gibt es noch!“

 

Die Schreiner-Innung sorgte mit ihrem imposanten Festwagen in Form eines überdimensionalen Hobels, gezogen von einem Pferdegespann, für Aufsehen. Gut 35 Innungsmitglieder und Angehörige bildeten die durch leuchtend orangefarbene T-Shirts oder Halstücher erkennbare Fußgruppe, die lautstark „Hurra, Hurra – die Schreiner sind da!“ skandierte. Ihr trug stv. Obermeister Max Boss die Zunftfahne voran; zwei große Innungswürfel auf Fahrrädern folgten als weiterer Blickfang. Ein historisches Gegenstück zu dieser „Lieferung Anno 2025“ war eine festlich geschmückte hölzerne Schubkarre zur „Lieferung Anno 1910“, die Lehrlingswart Hubert Fischer schob. Erstmalig mit dabei war auch Kollege Frank Ackermann aus Wiesenbronn, der das Schild der Scheinfelder Holzfee trug, die ebenfalls die Gruppe mit begleitete. Die Innung zählt heute gut 60 Betriebe und 60 Lehrlinge pro Ausbildungsjahr in den Berufsschulen Nürnberg und Fürth. Dieses Niveau zu halten oder sogar auszubauen, ist ein wichtiges Ziel; da viele Gesellen sich nach der Lehre weiterbilden, studieren (z.B. Gestaltung oder Innenarchitektur) und so dem Handwerk verloren gehen, wirbt man weiter um fähigen Nachwuchs – auch durch die Teilnahme am Kärwazug. Die Breitenwirkung solcher Auftritte als Werbung für Handwerksberufe sei nicht zu überbieten, hieß es.

 

In einer Solo-Rolle war Schreiner-Obermeister Claus Fleischmann im Zug zu sehen: Er bespaßte das Publikum mit viel Wortwitz als „Billiger Jakob“.

 

Die Resonanz stimmte überall – zahllose Kunden am Straßenrand suchten „ihre“ Handwerkerfamilie und winkten ihr begeistert zu. Bei all dem befand man sich in guter Gesellschaft: 94 Gruppen, Kapellen und Spielmannszüge mit zusammen ca. 3000 Teilnehmern paradierten quer durch die Stadt. Das Großereignis wurde 1817 erstmals durchgeführt und ist mit der Kärwa Teil des „immateriellen Kulturerbes“. Fürths OB Dr. Thomas Jung, der in einer Kutsche zur Ehrentribüne führ, und tausende Fernsehzuschauer waren Zeuge dieses Galaauftritts des Handwerks.

 

BU:

Holten sich im Festzug mit Fahnen, Innungs- und Vereinsemblemen verdienten Applaus ab: Die Schreiner beeindruckten mit ihrem „Hobel“-Festwagen.

Fotos: PR


>