
Ehrengäste und Innungsvertreter (v.l.) sind beeindruckt: Peter Daniel Forster, Christian Sendelbeck, OM Claus Fleischmann, Sophie-Charlotte von Campe, Thomas Pogner und stv. OM Max Boss vor einem edlen Tisch mit „Franken-Rechen“, dem Gesellenstück von Martin Schlosser.

Sebastian Rüffer verlieh drei Schachermayer-Ehrenpreise an Dustin Herrmann, Jaro Wegner und Elenor Winkelmann (v.r.). Seine Kollegin Andrea Truckenbrot und Claus Fleischmann gratulierten.

Mit dem Siegerstück im Wettbewerb „Gute Form“: Max Boss, Florentine Schneider, Claus Fleischmann, Tamina Meier, Leon Daubmeier, Sophie-Charlotte von Campe und Thomas Pogner (v.l.).
Aus Hand- und Kopfwerk werden Meisterwerke
Sideboards, Betten, Tische: 56 Schreiner-Azubis und 15 BBW-Fachpraktiker präsentierten Abschlussarbeiten – Preise für die Besten
Erlangen/Fürth (pr) – „Sie haben mit Ihren Arbeiten bewiesen: Handwerk ist immer auch Kopfwerk“, befand Christian Sendelbeck (Fürth). Der Vizepräsident der Handwerkskammer für Mittelfranken war ebenso beeindruckt wie alle Ehrengäste, was 47 Lehrlinge aus Betrieben der Schreiner-Innung Mittelfranken-Mitte, neun aus der Nachbarinnung Erlangen sowie 15 im Berufsbildungswerk (BBW) Nürnberg ausgebildete Fachpraktiker/innen für Holzverarbeitung als Gesellenstücke vorgelegt hatten. In 80 Stunden Arbeit entstanden wahre „Meisterwerke“ – moderne Sideboards, stylische Tische mit Schachbrett oder „Franken-Rechen“ als Einlage, ein handwerklich hergestellter Bar-Schrank oder ein Sofa im 80er-Jahre-Stil als Wohn- und Wohlfühl-Accessoires. All das präsentierten die Junghandwerker bei einer großen Werkschau dem breiten Publikum.
Gut 350 Besucher – Ausbilder, Familienangehörige und Freunde der Azubis – drängten sich denn auch vier Stunden lang in der größten Gesellenstückausstellung Nordbayerns in der Werkhalle der Dienstleistungsfirma Schachermayer Am Weichselgarten im Erlanger Süden. Die Vielfalt der Kreationen reichte vom CD-/Plattenschrank mit verschiebbaren Türen bis zur Garderobe mit integriertem Fahrrad-Aufhänger. Dafür verdienten sich die jungen Leute viel Lob, u.a. von Obermeister Claus Fleischmann (Fürth), der ihre „herausragende Leistung“ nach drei Lehrjahren würdigte. Sein Appell: „Bleiben Sie neugierig und dem Handwerk treu!“
Schachermayer-Niederlassungsleiter Sebastian Rüffer sieht in diesen Werken neben Fleiß und Können auch die Qualität der Ausbildung in den Betrieben verewigt. Das unterstrich Christian Sendelbeck: 186 Lehrberufe gebe es in Deutschland – und bei den Schreinern mit ihrem nachwachsenden Rohstoff Holz spiele die individuelle Gestaltung eine besonders große Rolle. Er rief die jungen Leute auf, künftig Weiterbildungsmöglichkeiten etwa zum Meister oder ein Studium zu nutzen: „Die Zukunft liegt in Ihren Händen!“
Mittelfrankens Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster stammt selbst aus einer Handwerkerfamilie – ein Opa war Schreiner, der andere Glaser. Der CSU-Politiker zeigte sich begeistert vom handwerklichen Können und Ideenreichtum, der sich in den Gesellenstücken spiegele. Und dazu seien sie allesamt von hohem Gebrauchswert. Beim Tisch mit dem „Rechen“ zitierte er gleich die neue Strophe des Frankenliedes: „Da geht einem das Herz über.“
Überreicht wurden im Rahmen der Ausstellung auch drei Preise im Gestaltungswettbewerb „Die gute Form“, in dem die Harmonie der Dimensionen und das Zusammenspiel von Farbe, Form und Gestaltung zählt. Teilnehmen dürfen nur Azubis im Alter von maximal 27 Jahren mit bereits bestandener Theorieprüfung aus Innungsbetrieben. Den ersten Preis, der zur Teilnahme am Bayern-Finale bei der Internationalen Handwerksmesse im März 2027 in München berechtigt, verliehen die Juroren Sophie-Charlotte von Campe (NürnbergMesse), Schreinermeister Thomas Pogner (Nürnberg) und Dipl.-Ing. Markus Honka (Nürnberg) an Leon Daubmeier (Lignoa Leichtbau, Rückersdorf) für sein harmonisch leicht wirkendes Sideboard mit dem Namen „Die Welle“, das sich mit „Touch for Light“ per Händedruck beleuchten lässt. Den zweiten Preis erhielt Tamina Meier (Schreinerei Brett, Lauf) für ihr originelles Regalmöbel aus schwarzer Eiche mit 3D-gedruckten Keilen als Befestigungen. Der dritte Preis wurde Florentine Schneider (Schreinerei Ehm + Eitel, Cadolzburg – ein neues Innungsmitglied) für ihr filigran gestaltetes Schmuckkästchen aus Vollholz mit floralen Elementen wie getrockneten Blumen zuerkannt. Alle ausgezeichneten Arbeiten überzeugen laut von Campe durch eigenen Charakter, Gebrauchsfähigkeit und Kreativität. Erfreulich: Alle drei Geehrten wurden nach der Lehre vom Betrieb übernommen.
Die Schachermayer GmbH verlieh zudem drei Sachpreise für „Lieblingsstücke“, die Sebastian Rüffer und Mitarbeiterin Andrea Truckenbrot überreichten. Preisträger sind Jaro Wegner (Pautz Möbelmanufaktur, Zirndorf) für sein „Retro-Sofa“ mit Kommodenanbau, Dustin Herrmann (Berufsbildungswerk des Bezirks Mittelfranken, Nürnberg) für seinen in Holz gefertigten Schreibtisch und Elenor Winkelmann (Kraus +Golsch Ladeninnenausbau, Erlangen-Büchenbach) für ihren Zeichentisch „Nox“ mit hochklappbarer Arbeitsfläche, großen Schubladen und Ablagefächern.
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